Wer auswandern will, hat meist schon eine Liste: Kanada oder Australien, Spanien oder Portugal, die Schweiz oder Skandinavien. Die Astrokartographie beantwortet nicht die Frage, ob Sie gehen sollen – aber sie sortiert die Liste. Dieser Artikel zeigt eine Methode, mit der Sie Länder systematisch anhand Ihrer Planetenlinien vergleichen, statt sich von der einen Jupiter-Linie durch Bali blenden zu lassen.
Eine Planetenlinie wirkt bis etwa 100 Kilometer stark und bis rund 300 Kilometer spürbar. Deutschland ist über 800 Kilometer breit, Kanada über 5.000. „Meine Venus-Linie läuft durch Kanada“ ist deshalb fast bedeutungslos – durch Vancouver oder durch Montreal macht den Unterschied zwischen zwei völlig verschiedenen Leben. Der erste Schritt beim Auswandern ist also immer, das Land auf die zwei oder drei Städte zu reduzieren, die beruflich und praktisch überhaupt infrage kommen. Erst dann lohnt der Blick auf die Karte.
Bevor Sie eine einzige Linie bewerten, klären Sie, welche Planeten in Ihrem Geburtshoroskop gut und welche schwierig stehen. Eine Jupiter-Linie ist für jemanden mit einem gut gestellten Jupiter ein Versprechen; für jemanden, dessen Jupiter im Quadrat zu Saturn steht, bringt derselbe Ort oft Übertreibung, Schulden oder Übergewicht. Genauso kann eine Saturn-Linie, die alle fürchten, für einen Menschen mit starkem Saturn der Ort sein, an dem er endlich ein Haus baut und bleibt. Die Linie verstärkt den Planeten – sie verbessert ihn nicht.
Auswandern ist kein einzelnes Ziel, sondern drei bis vier gleichzeitig. Ordnen Sie jedem Ziel die passenden Achsen und Planeten zu:
Was die einzelnen Linien im Detail bedeuten, steht in Astrokartographie Linien und ihre Bedeutung. Für die Wohnortfrage allein hilft Astrokartographie: Wo sollte ich leben?.
Berechnen Sie Ihre Karte im Astrokartographie-Rechner und legen Sie für jede Kandidatenstadt eine Zeile an. Vier Spalten reichen:
Ein fiktives Beispiel: Für jemanden, der beruflich neu starten und eine Familie gründen will, zeigt die Tabelle Lissabon mit Mond-IC in 80 km (Plus fürs Ankommen, neutral für den Beruf), Zürich mit Saturn-MC direkt über der Stadt (Plus für Struktur und langsamen Aufstieg, Minus für schnelle Erfolge) und Sydney ohne Linie in 300 km, aber auf einer Venus-Jupiter-Paran-Breite (Plus für Beziehungen und Lebensfreude, ohne Karriereschub). Keine dieser Städte ist „richtig“ – aber die Tabelle macht sichtbar, welche Stadt welches Ziel bedient, und das ist mehr, als die Karte auf den ersten Blick verrät.
Die Astrokartographie zeigt nur die Linien, also die Achsen. Ein Relokationshoroskop rechnet dagegen das komplette Geburtshoroskop für den neuen Ort neu: Die Planeten bleiben in ihren Zeichen, aber Aszendent und Häuser wandern. Für eine Auswanderung ist das die zweite Meinung, die Sie brauchen. Wenn die Karte Jupiter-MC über Vancouver zeigt und das Relokationshoroskop Jupiter im zehnten Haus bestätigt, passt es zusammen. Zeigt das Relokationshoroskop aber Saturn im vierten Haus, wissen Sie, dass das Wohnen dort mühsam wird, obwohl der Beruf läuft. Wie sich beide Verfahren unterscheiden, erklärt der Artikel über Weltlinien, Astrogeographie und Ortsastrologie.
Keine Linie ersetzt vier Wochen vor Ort. Eine Astrokartographie-Linie beschreibt eine Tendenz, die sich über Monate aufbaut; sie ist in einer Urlaubswoche kaum spürbar, in einem Probeaufenthalt von vier bis acht Wochen mit Arbeit, Alltag und Wohnungssuche dagegen oft deutlich. Wer zwei Städte in der engeren Wahl hat, sollte beide für diese Dauer testen – und dabei ehrlich notieren, was mit Energie, Schlaf, Kontakten und Geld passiert. Die Karte sagt Ihnen, worauf Sie achten sollen; der Aufenthalt sagt Ihnen, ob es stimmt.
Erst Städte statt Länder, dann das Geburtshoroskop, dann die Ziele, dann die Tabelle, dann das Relokationshoroskop, dann vier Wochen vor Ort. In dieser Reihenfolge wird aus der Astrokartographie beim Auswandern ein Werkzeug, das die eigene Liste sortiert – und nicht ein Orakel, dem man hinterherzieht. Den ersten Schritt, die eigene Karte, erledigt der kostenlose Rechner in einer Minute.